Der Gardasee zählt zu den beliebtesten Reisezielen Italiens. Besonders das Ostufer begeistert mit idyllischen Orten wie Lazise, Bardolino oder Malcesine, traumhaften Campingplätzen und zahlreichen Ausflugsmöglichkeiten. In diesem Guide zeigen wir Ihnen die schönsten Highlights und Sehenswürdigkeiten rund um Ihren Campingurlaub am Gardasee.
Camping-Tipp: Der ideale Ausgangspunkt für Ihren Campingurlaub am Gardasee
Der Gardasee ist der perfekte Ausgangspunkt für unvergessliche Urlaubstage. Entdecken Sie charmante Städte, beeindruckende Berglandschaften und traumhafte Rad- und Wanderwege – alles ganz in Ihrer Nähe. Genießen Sie italienische Spezialitäten, entspannen Sie am See oder erleben Sie jeden Tag etwas Neues. Ob Kurztrip oder Sommerurlaub: Rund um den Gardasee wartet Ihr nächstes Abenteuer. Finden Sie jetzt Ihren Campingplatz am Gardasee und genießen Sie Camping von seiner schönsten Seite.
Die schönsten Orte am Ostufer
Cisano
Ein gemütliches kleines Örtchen zwischen Lazise und Bardolino mit ein paar Restaurants, kleinen Stränden und einer Promenade. An sich nichts Besonderes, aber weil der Campingplatz, auf dem ich übernachtet habe, nur ein paar hundert Meter entfernt lag, habe ich hier gleich dreimal gegessen. Und jedes Mal war es im La Darsena, „the best place to eat“, wie man mir gesagt hatte. Und da die Terrasse jeden Abend bis auf den letzten Platz gefüllt war und mir die gegrillten Garnelen am ersten Abend so gut geschmeckt haben, bin ich dem La Darsena treu geblieben.
Camping-Tipp: Camping Cisano San Vito am Gardasee
Der Campingplatz Cisano San Vito am Gardasee ist eine ideale Wahl für Familien, die Erholung und Abenteuer verbinden möchten. Direkt zwischen Lazise und Bardolino gelegen, bietet der Campingplatz einen privaten Sandstrand, Pools mit Wasserrutschen sowie zahlreiche Freizeitmöglichkeiten. Auch Ausflüge nach Sirmione, Verona oder in den Freizeitpark Gardaland sind schnell möglich.
Unser Tipp: Entdecken Sie die schönsten Orte rund um den Gardasee und genießen Sie die perfekte Mischung aus Natur, Kultur und italienischem Lebensgefühl.
Auch als es zu regnen begann, auf dem Wasser Schaumkronen tanzten und das reinste Chaos ausbrach: Kellner rannten mit Tischdecken, Gläsern und Tellern hin und her. Innerhalb von fünf Minuten war das ganze Lokal nach drinnen verlegt – ein einziges Durcheinander. Wer saß wo und hatte was bestellt? Doch schließlich bekam ich meinen köstlichen, gegrillten Zander ganz korrekt serviert.
Lazise
Wenn ich durch eines der drei noch erhaltenen Stadttore das mittelalterliche Zentrum von Lazise betrete, bin ich angenehm überrascht. Es ist relativ ruhig, obwohl man mittwochs angeblich über die Köpfe der Leute hinwegschauen muss, denn dann ist Markttag. Die Atmosphäre ist entspannt, es gibt viele bunte Gebäude, gemütliche Gassen und kleine Plätze. Der alte Hafen mit seinen roten und blauen Fischerbooten ist sehr malerisch und lädt zu einem gemütlichen Spaziergang entlang der schönen Uferpromenade ein. Außerdem gibt es eine wunderschöne Kirche, die San Niccolò, und ein Schloss namens Scaligeri.
Da mein Magen zu knurren beginnt, mache ich mich auf die Suche nach einem netten Restaurant – und ja, auch hier ist die Auswahl riesig. An jeder Ecke findet man eine Osteria. Mein Blick fällt auf die höher gelegene Terrasse des Ristorante Classique an der Promenade. Später lese ich, dass es eines der schönsten Lokale in Lazise ist – und ich kann das gut nachvollziehen. Das Classique, das auch ein Hotel ist, befindet sich in einer renovierten alten Villa mit stattlichen Türen und Mosaikfußböden. Und ja, das Essen – ich hatte Lachs-Tatar – war mehr als köstlich.
Bardolino
Bardolino gehört zu den beliebtesten Urlaubsorten am Gardasee und wird oft als das „glücklichste Dorf“ am Gardasee bezeichnet – wegen seiner wunderschönen Lage direkt am Wasser, der gemütlichen Atmosphäre im charmanten historischen Zentrum und, nicht unwesentlich, wegen der berühmten Bardolino-Weine. Aber natürlich ist man nicht der Einzige, der hier sein Glück sucht, und so war ich schon früh am Morgen dort. Ich liebe es, eine Stadt beim Erwachen zu erleben. Wenn es noch ruhig ist, die Trattorien geschlossen und die Geschäfte gerade erst ihre Türen öffnen, entfaltet sich der wahre Charme eines Ortes.
An den Terrassen am Hafen mit den bunten Fischerbooten wurde schon fleißig Kaffee getrunken und erste Besucher warteten bereits darauf, mit dem Hop-on-Hop-off-Boot von Navigarda zu anderen Orten am See gebracht zu werden.
Ausflugstipp: Rundfahrten mit dem Boot
Gerade in der Hochsaison kann es auf den Straßen rund um den Gardasee sehr voll werden. Wer also ein Städtchen oder einen Strand besuchen möchte, ohne im Stau zu stehen oder lange nach einem Parkplatz zu suchen, kann einfach irgendwo am See in die Hop-on-Hop-off-Fähre von Navigarda steigen.
Bardolino hat eine wunderschöne Uferpromenade und die Piazza Matteotti bildet das Herzstück der Stadt – ebenso wie die im 18. Jahrhundert erbaute Kirche Santi Nicolò e Severo. Die schmalen Gassen des autofreien Zentrums verlaufen rechtwinklig vom Seeufer aus. Das, so erzählt mir der Kellner, liegt daran, dass Bardolino ursprünglich ein Fischerdorf war. Die Fischer legten die Straßen so an, dass sie mit ihren Booten direkt zu den Häusern gelangen konnten.

Uferpromenade in Bardolino
Früher war Bardolino von einer quadratischen Stadtmauer mit zwei Toren und vier Türmen umgeben. Leider ist diese nicht vollständig erhalten geblieben, aber zwei Stadttore stehen noch. Bei einem davon gibt es einen großen Parkplatz. Natürlich findet man hier viele Geschäfte, die Wein und andere regionale Spezialitäten verkaufen. Und wie gesagt, als ich dort war, hatten die Restaurants noch geschlossen. Sollte man aber mittags oder abends in Bardolino sein, lohnt sich ein Besuch der Osteria Due Nani. Wer dem Trubel entfliehen möchte, fährt ein Stück in die Hügel und genießt das Essen im romantischen Garten von La Dacia.
Mein Blick fiel auch auf Munus – ein kleiner Laden mit angeschlossener Bistro-Weinbar und Restaurant im Garten von Il Borgo nahe dem großen Parkplatz. Il Borgo ist wie ein kleines Dorf in der Stadt mit mehreren Lokalen und Geschäften.
Und übrigens: wer Bardolino mal von oben sehen möchte, findet ganz in der Nähe ein Riesenrad. Außerdem werden regelmäßig Weinfeste organisiert. Termine und weitere Events unter diesem Link.
Weinmuseum
Wie bereits erwähnt, ist Bardolino berühmt für den roten Bardolino D.O.C. – eine italienische Qualitätsbezeichnung, die für „Denominazione di Origine Controllata“ steht. In Bardolino gibt es sogar ein eigenes Museum, das diesem köstlichen Tropfen gewidmet ist: das Museo del Vino. Es befindet sich im Weingut Cantina Zeni in Bardolino.
Hier kann man historische Werkzeuge und antike Gegenstände besichtigen und alles über den Weinanbau und die Verarbeitung der Trauben erfahren. Natürlich darf auch eine Weinverkostung nicht fehlen – und die Gelegenheit, eine oder mehrere Flaschen mit nach Hause zu nehmen. Der Eintritt ins Museum ist kostenlos, aber man hofft natürlich, dass man sich am Ende doch nicht ganz mit leeren Händen verabschiedet.
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Weinprobe im Weingut
Die Bardolino-Weinstraße, auch bekannt als Strada del Vino, führt entlang unzähliger Weinberge und Weinkeller, in denen man den Bardolino-Wein probieren kann. Die Route ist etwa 80 Kilometer lang und verläuft durch die Gemeinden Bardolino, Costermano sul Garda, Garda, Rivoli, Cavaion Veronese und Affi.
Meine Neugier wurde durch die Website des Weinguts Tenuta Santa Monica geweckt – eines der historischsten Häuser der Region. Auch wenn es technisch gesehen zur Valpolicella-Region gehört und nicht zur Bardolino-Zone, hat das meine Vorfreude keineswegs geschmälert. Ich trinke nämlich sehr gerne Valpolicella. Das über 500 Jahre alte Weingut samt beeindruckender Villa befindet sich im Besitz der Familie Bertani. Guglielmo, einer der beiden Brüder, die das Anwesen von ihrem Vater Gaetano übernommen haben, führte mich persönlich herum.
Während wir durch einen Raum mit strohbedeckten Gestellen gehen, erzählt er mir, dass in dieser Gegend neben Valpolicella auch der berühmte Amarone-Wein produziert wird. Die Trauben für Amarone werden vor der Weinherstellung drei Monate lang auf speziellen Matten getrocknet. Ein erfahrenes Team überprüft täglich den Trocknungsgrad. Durch den Wasserverlust steigt der Zuckergehalt – und somit auch der Alkoholgehalt – des späteren Weins.
Die Weine der Familie werden entweder in Tanks hinter Mauern oder in großen Holzfässern gelagert. Manche Fässer sind so riesig, dass sie bis zu 18.000 Liter fassen – auch wenn diese kaum noch genutzt werden. Laut Guglielmo, der sich meist in den Weinbergen aufhält, ist hier alles echte Handarbeit.
Nach der Führung folgte eine private Verkostung. Die Geschichten hinter den einzelnen Weinen könnte ich nicht vollständig wiedergeben – nicht etwa, weil ich zu viel getrunken hätte (ich habe alles ordnungsgemäß ausgespuckt, versteht sich), sondern weil Guglielmo so viel zu erzählen wusste. Was mir jedoch im Gedächtnis blieb: Alle Weine waren köstlich. Deshalb nahm ich eine Flasche Classico Valpolicella D.O.P. mit nach Hause – den Rest der Geschichte sollten Sie am besten selbst vor Ort erleben.
Auf dem Rückweg nach Bardolino besuchte ich noch ein weiteres Weingut: Masi Tenuta Canova. Hier ist die Familie Boscaini bereits in der sechsten Generation für die Masi-Weine verantwortlich. Leider kam ich gerade an, als ein Reisebus voller Touristen eintraf. Die Mitarbeitenden waren verständlicherweise alle damit beschäftigt, um die Gäste zu betreuen. Das machte mir aber nichts aus: Während die Besucher groß einkauften, schlenderte ich durch den romantischen Garten mit vielen Sitzplätzen, duftenden Kräutern, blühenden Blumen und Zitronenbäumen.
Übrigens: Entlang der Weinstraße gibt es noch viele weitere Weingüter, die zum Besuch einladen. Man erkennt sie leicht an den Schildern entlang der Straße. Ich bin ein großer Weinliebhaber, aber selbst mir war es irgendwann zu viel, bei jedem Schild anzuhalten.
Olivenölmuseum
Die Region rund um Bardolino ist nicht nur für ihre Weinberge bekannt – auch Olivenbäume prägen das Landschaftsbild. Seit 1988 befindet sich in Cisano, südlich von Bardolino, ein Olivenölmuseum, das der Familie Turri gehört – einem der größten Olivenölproduzenten der Region.
Im Museum sieht man historische Werkzeuge, Pressen und Geräte. Man erfährt alles über die verschiedenen Phasen des Olivenanbaus und der Ölherstellung. Nach dem Rundgang durch die Ausstellung landet man – wie sollte es anders sein – im Shop. Und der ist gut besucht: überall Menschen mit Körben voller Olivenöl, Tapenadengläser, Schneidebretter und Kosmetikprodukte auf Olivenölbasis.
Weil das Sortiment an Olivenölen so umfangreich ist – alle mit unterschiedlichem Geschmack, Aroma und Intensität – darf man alles probieren. Ich entschied mich letztendlich für die Variante Garda D.O.P. mit goldenem Etikett. Laut dem Olivenöl-Experten ist D.O.P. ein von der Europäischen Union verliehenes Qualitätssiegel für extra natives Olivenöl vom Gardasee. Es garantiert, dass das Öl zu 100 % aus Oliven aus der genannten Region stammt.
Er erklärte mir auch, wie man gutes Olivenöl verkostet: zuerst riechen, dann einen Löffel voll trinken und – falls gewünscht – mit einem Stück Brot weiterprobieren. Generell sei es laut ihm übrigens eine gute Idee, täglich einen Löffel extra natives Olivenöl zu sich zu nehmen. Es sei reich an Antioxidantien und gesunden Fetten, die Entzündungen hemmen und das Herz schützen. Außerdem hilft es bei der Aufnahme wichtiger Vitamine. Anders gesagt: one spoon a day keeps the doctor away 😉
Mit einer Flasche unter dem Arm und dem festen Vorsatz, täglich einen Löffel Olivenöl zu nehmen, verließ ich den Laden – wobei ich gestehen muss, dass ich diesen Vorsatz nach ein paar Tagen schon wieder vergessen hatte. Zeit also, den Faden wieder aufzunehmen!
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Punta San Vigilio
Die schönsten Entdeckungen macht man oft spontan – so war es auch bei Punta San Vigilio. Irgendwo zwischen Garda und Torri del Benaco sah ich ein Hinweisschild und hielt einfach an. Diese märchenhafte Halbinsel war die Überraschung des Tages. Der Parkplatz war kostenlos – schon mal ein guter Start – und beim Spaziergang über die Zypressenallee staunte ich immer mehr.
Rechts fand ich den Eingang zur Riviera Beach Bar. Eine Liege zu mieten war mir zu teuer, aber ich durfte mich einfach so umsehen. Ich stieß auf einen wunderschönen Garten mit Sonnenliegen und Sonnenschirmen und etwas weiter auf einen Strand – die Baia delle Sirene, die Bucht der Meerjungfrauen. Kristallklares Wasser, eine ruhige Atmosphäre: perfekt für einen ganzen Tag voller Sonne, Schwimmen und Schnorcheln.
Am Ende der Allee liegt eine prächtige Renaissance-Villa mit einer kleinen Kirche, erbaut im 16. Jahrhundert von Agostino Brenzoni. Heute ist sie in Privatbesitz. Doch das eigentliche Märchen beginnt im kleinen Hafen: links davon befinden sich winzige Strände mit ebenfalls glasklarem Wasser. Dort findet man auch ein Hotel und ein Restaurant mit dem Namen San Vigilio.

Villa in Punta San Vigilio
Setzen Sie sich auf die Terrasse oder unter das Strohdach mit Weinreben über Ihnen, gelehnt an eine ockergelbe Mauer – Sie fühlen sich wie Alice im Wunderland. Kein Wunder, dass dieser malerische Ort eine Inspiration für Schriftsteller, Künstler und Fotografen war – man kann hier gar nicht aufhören zu fotografieren. Auch Berühmtheiten wie Napoleon, Winston Churchill und König Charles waren hier schon zu Gast.
Torri del Benaco
Was für ein charmantes Städtchen am Gardasee! Die Häuser stehen dicht beieinander, es gibt zwei Kirchen, einen idyllischen kleinen Hafen, eine Promenade und eine Burg – dazu gleich mehr. Was Torri del Benaco aber besonders angenehm macht, ist die Ruhe. Die Besitzerin eines Delikatessenladens mit Schinken und anderen Leckereien verriet mir, dass sie gerade deswegen diesen Ort so liebt. Selbst in der Hochsaison geht es hier viel entspannter zu als in Bardolino, Peschiera oder Sirmione.
Es war noch zu früh zum Mittagessen, aber wenn ich hier gegessen hätte, wäre es wahrscheinlich im Ristorante La Regata gewesen – die Speisekarte und die Lage sprachen mich an. Für einen tollen Ausblick stieg ich auf den Turm der Burg Castello Scaligero, in der auch ein kleines, aber interessantes Museum untergebracht ist.
Die Burg wurde 1383 erbaut; erhalten ist heute noch der Westturm. Im Museum gibt es ein Modell des Dorfes aus dem frühen 20. Jahrhundert, aus dem Schlamm geborgene Fischerboote, alte Fischernetze, prähistorische Felszeichnungen sowie Werkzeuge für den Olivenanbau. Besonders sehenswert ist auch die Limonaia – ein historischer Zitronengarten.
Da viele Burgen rund um den Gardasee den Namen „Scaligero“ tragen, habe ich ein wenig recherchiert: Der Name stammt von der Adelsfamilie Della Scala, die im Mittelalter über Verona und die umliegenden Gebiete herrschte. Sie errichteten zahlreiche Burgen und Festungen – oft an strategischen Orten –, um ihre Macht zu sichern und zu demonstrieren. Der Begriff „Scaligero“ ist also eine Ableitung von Della Scala. Jetzt wissen wir auch das!
Castelletto di Brenzone
Wie viele Orte an der Ostküste des Gardasees gehört auch Castelletto di Brenzone zur sogenannten Olivenriviera – auch Silberküste genannt, wegen der silbrig-grauen Blätter der Olivenbäume. Doch neben den Olivenbäumen findet man entlang der Straße von Torri del Benaco auch zahlreiche kleine Strände.
In Castelletto ist der Massentourismus bisher ausgeblieben. Es mag nur ein kleines Örtchen sein, aber auch hier gibt es eine Kirche, einen gemütlichen Platz, einen malerischen Hafen und eine schöne Uferpromenade. Da es Mittagszeit war, suchte ich mir einen Platz auf der Terrasse des Ristorante Da Umberto – empfohlen von einem Einheimischen, der mir versicherte, dass man dort gut essen könne.
Aus Neugier fragte ich die Kellnerin, ob Umberto auch da sei. Nein, sagte sie, Umberto sei inzwischen etwas älter und hätte heute frei – genauso wie sein Bruder Louis, mit dem er das Restaurant führt. Louis’ Frau sei jedoch da, sie finde man hinter der Bar an der Kasse.
Auf meine Frage, ob Louis es nicht schade fände, dass das Restaurant nicht nach ihm benannt sei, meinte sie, dass das Nachbarrestaurant ebenfalls den Brüdern gehöre – allerdings heiße es nicht, wie man erwarten könnte, „Da Louis“, sondern „Don Pedro“. Warum das so sei, wisse sie auch nicht genau. Aber letztlich sei das ja egal – Hauptsache, das Essen ist gut. Und das war es auch. Ich habe köstlich gegessen – und vermutlich schmeckt es bei Don Pedro genauso hervorragend.
Monte Baldo
Der Monte Baldo gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen am Gardasee. Für meine Reisen im Auftrag von Gebetsroither erstelle ich immer im Voraus einen Zeitplan, in dem ich festhalte, was ich wann besichtigen möchte – dabei berücksichtige ich die Lage, die Entfernungen und vor allem das Wetter. Für diesen Morgen war mir klares Wetter versprochen worden – und das ist natürlich ideal, wenn man auf den 2.218 Meter hohen Monte Baldo fährt. Leider hatten sich die Wettergötter in der Nacht umentschieden und so lag der Berg komplett in den Wolken.
Trotzdem entschied ich mich, unten in Malcesine – dort gibt es übrigens ein Parkhaus – in die Seilbahn zu steigen. Vielleicht würde ich dann zwar die Hand vor Augen nicht sehen können und die Fotos wären wahrscheinlich nicht sehr beeindruckend, aber ich wollte das Erlebnis trotzdem nicht verpassen. Und ich bin froh, dass ich es getan habe.

Seilbahn auf den Monte Baldo mit Malcesine im Hintergrund
Die Atmosphäre dort oben ist so ganz anders als unten im Tal – fast wie ein Skiurlaub in den Alpen. Es gibt Berghütten, und die Temperatur ist etwa zwanzig Grad kühler. Viele Leute holen eine Jacke aus ihrem Rucksack, und an einem Stand werden sogar Schals und Mützen verkauft. In der Nähe der Bergstation gibt es Wanderwege, die auch für Kinder und weniger erfahrene Wanderer gut geeignet sind. Man kann auf verschiedene Arten wieder ins Tal zurückkehren: mit der Seilbahn, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder – wie einige Abenteurer – mit dem Gleitschirm.
Ich schlenderte etwas herum und machte Fotos von der Aussicht, die ich eigentlich gar nicht hatte, von Lamas, mit denen man wandern kann – wobei ich mich frage, warum man das tun sollte – und von Kühen. Schon komisch eigentlich, in den Niederlanden gibt es so viele Kühe, und ich fotografiere sie nie. Aber hier oben eben doch. Ich trank auch einen Cappuccino in einer Berghütte – die 5 Euro dafür nahm ich in Kauf. Milch und Kaffee müssen schließlich auch erst einmal hier rauftransportiert werden.
Die beiden Brüder Menotti betreiben hier oben übrigens ein Spitzenrestaurant namens Baita dei Forti, gelegen auf 1.798 Metern Höhe. Man kann dort sogar übernachten – gut zu wissen, wenn man einmal nicht auf dem Campingplatz schlafen will und sich überlegt, wie schön es wäre, auf dem Berg zu bleiben, wenn es ruhig wird und die letzte Seilbahn ins Tal gefahren ist. Es gibt wohl kaum etwas Schöneres, als nach einem Tag voller Wanderungen und einem herrlichen Abendessen wohlig müde ins Bett zu fallen.
Ein kleiner Tipp: Seien Sie früh genug da, wenn Sie zum Monte Baldo wollen. Als ich wieder unten ankam, stand schon eine lange Schlange an der Seilbahn. Man kann Tickets auch online buchen und ein Zeitfenster reservieren, damit einem ein Platz sicher ist.
Malcesine
Wieder unten angekommen, scheint zum Glück die Sonne. Noch bevor ich das historische Zentrum betrete, reiht sich ein Outdoor-Geschäft ans nächste – mit Wanderschuhen und Fleecejacken. Verständlich, denn der Blick auf den Monte Baldo ist allgegenwärtig. Obwohl ich in Malcesine natürlich nicht allein unterwegs bin, wirkt das Städtchen dennoch angenehm lebendig.
Die verwinkelten Gassen mit ihren kleinen Geschäften führen immer wieder zu neuen Ausblicken auf den Berg. Besonders auffällig: das Pflaster aus kleinen, runden Steinen. Frauen in hohen Absätzen wanken vorsichtig darüber, und auch Rollkoffer oder Kinderwagen haben es nicht leicht. Ich habe Mitleid mit den Kleinkindern, die mit zitternden Zähnchen im Kinderwagen sitzen.
Am Platz des alten Hafens – dort liegen übrigens keine Boote, wie ich später erfahre, die sind weiter hinten im großen Hafen – lasse ich mich bei Al Marinaio nieder. Der Name lässt vermuten, dass man hier Fisch essen sollte, aber ich entscheide mich für eine Käseplatte. So köstlich italienische Pasta und andere Gerichte auch sind – ich, als Holländerin, die mittags oft ein Käsebrot isst, hatte einfach mal wieder Lust darauf. Als ich jedoch den gegrillten Oktopus meines Nachbarn sah, bereute ich meine Entscheidung ein wenig. Auch Pizza wird hier serviert – wie ich später sehe, als der fröhlich singende Koch emsig mit Pizzateig in der Küche beschäftigt ist.

Stimmungsvolles Straßenbild mit Olivenbäumen in Malcesine
Neben dem charmanten Zentrum hat Malcesine auch eine schöne Kirche, die Santo Stefano. Die Hauptattraktion aber ist das auf einem Felsen errichtete Castello Scaligero. Die Burg besteht aus drei Ebenen, die durch Brücken und Treppen verbunden sind, beherbergt ein kleines Museum und bietet einen spektakulären Aussichtspunkt.
Parco delle Cascate di Molina
Die Fahrt vom Gardasee zu diesem Naturpark – nicht weit von Verona und gut eine halbe Stunde von Bardolino entfernt – ist schon für sich ein Highlight. Es ist erstaunlich, wie schnell sich die Landschaft verändert, sobald man nur einen Kilometer von der Küste entfernt ist: sattgrüne Hügel, Weinberge, Olivenhaine und plötzlich Berge, die die Szenerie prägen.
Vom Parkplatz bei Molina, der bei meiner Rückkehr ziemlich voll war, läuft man durch das kleine Dorf bis zum Eingang des Naturparks. Der Parco delle Cascate liegt auf dem Plateau der Monti Lessini und ist ein liebevoll gepflegter Park mit vielen Wasserfällen, kristallklaren Teichen, einer prähistorischen Höhle, Felsen, Klippen und einem dichten Wald. Überall hört man das Zwitschern der Vögel und das Rauschen der Wasserfälle.
Drei Wanderwege stehen zur Auswahl: Der Grüne ist der kürzeste, aber man sieht entsprechend weniger. Die rote Route dauert etwa eine Stunde und führt zu allen Wasserfällen. Die schwarze Strecke geht tiefer in den Park hinein, dauert etwa zwei Stunden und beinhaltet zusätzliche Highlights wie die Überreste einer alten Wassermühle und die „Grotta delle Tette More“. Ein ungewöhnlicher Name – ich weiß – aber die dunklen Stalaktiten in dieser Höhle erinnern manche offenbar an eine weibliche Brustform.
Alle Wanderwege sind auch für Kinder geeignet und es gibt viele Plätze zum Ausruhen oder Picknicken. Auf halber Strecke gibt es sogar eine kleine Seilbahn für Kinder. Feste Schuhe und eine Jacke sind empfehlenswert, denn in den Bergen ist es merklich kühler.
Molina
Und wenn man ohnehin schon im Naturpark ist, lohnt es sich, auch einen Abstecher in das charmante mittelalterliche Dorf Molina zu machen – benannt nach den vielen Wassermühlen in der Umgebung. Ich wollte zwei davon besuchen: Mulino di Lorenzo und Mulino dei Veraghi. Beide stammen aus dem 18. Jahrhundert und wurden liebevoll restauriert. Leider stand ich in beiden Fällen vor verschlossenen Türen – vermutlich, weil Sonntag war.

Das Dorf wurde vollständig aus dem typischen Lessinia-Stein gebaut und versprüht historisches Flair. Auf dem kleinen Kirchplatz fand ein kleiner Markt statt. Nach der Wanderung durch den Naturpark hatte ich natürlich Hunger – gestillt habe ich ihn bei Totolo Design Caffè, einer gemütlichen Weinbar mit familiärer Atmosphäre und kleiner Terrasse. Auf Wein habe ich diesmal verzichtet – die Valpolicella sollte noch etwas warten – aber die Platte mit Käse und Wurst war hervorragend.
Beim weiteren Spaziergang durch das Dorf entdeckte ich einen kleinen Tisch, auf dem Trüffel zum Verkauf lagen. Die Dame dahinter sprach ausschließlich Italienisch, also lief unser Gespräch hauptsächlich über Google Translate. Sie erzählte mir, dass sie und ihr Mann regelmäßig mit ihren zwei Lagotto Romagnolo Hunden in den Wald von Lessinia gehen, um Trüffel zu suchen. Diese Hunderasse hat einen besonders ausgeprägten Geruchssinn und ist bestens für diese Aufgabe geeignet. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: beachtliche Exemplare zu einem überraschend günstigen Preis.
Neben Trüffeln sind Kirschen das zweite große Thema in Molina – überall am Straßenrand finden sich kleine Verkaufsstände. Ein süßer Abschluss für einen erlebnisreichen Tag.
Markttage in diesen Städten:
Montag: Torri del Benaco
Dienstag: Castelletto di Brenzone
Mittwoch: Lazise
Donnerstag: Bardolino
Samstag: Malcesine
Mehr Gardasee entdecken: Wo der See die Sonne küsst – Der Süden des Gardasees




