Mit rund 250.000 Einwohnern ist Verona, nur eine halbe Autostunde von Bardolino entfernt, eine angenehme und übersichtliche Stadt. Genau wie in Rom oder Florenz fühlt es sich an, als würde man durch ein Freilichtmuseum spazieren. Es gibt unzählige schöne Plätze, historische Gebäude, Kirchen und Kathedralen – viele davon sind so imposant, dass man sie kaum komplett fotografieren kann. Und dann sind da noch all die stilvollen Geschäfte, etwa in der Via Giuseppe Mazzini mit Schaufenstern von Gucci, Yves Saint Laurent oder Louis Vuitton.
Mein Tipp: Lassen Sie sich einfach treiben und staunen Sie über all die Schönheit! Und vergessen Sie dabei nicht, auch mal nach oben zu schauen. Die Sehenswürdigkeiten von Verona warten auf Ihnen!

Die Arena in Verona
Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Verona
Die Arena und die Piazza Brà
Das bekannteste Bauwerk von Verona ist die Arena, der kleine Bruder des Kolosseums in Rom. Dieses römische Amphitheater wurde in der Antike für Gladiatorenkämpfe genutzt und durch mehrere Erdbeben beschädigt – von der Außenmauer sind nur noch vier Arkaden übrig. In den Sommermonaten werden hier Opern aufgeführt. Leider hatte ich Anfang Juni nicht das Glück, eine Aufführung zu erleben. Auch wenn die Qualität der Opern vielleicht nicht weltklasse ist, das Spektakel soll fantastisch sein – schon allein wegen der beleuchteten Arena, der überdimensionalen Requisiten und der eindrucksvollen Inszenierungen. Tickets können online gekauft werden.
Auf der Piazza Brà, dem belebten Platz rund um die Arena, sind Selfie-Sticks allgegenwärtig. Mein Lieblingsmoment dort ist der Abend, wenn die Arena leuchtet und elegant gekleidete Menschen auf der Suche nach einem Platz auf den Terrassen sind.
Der Balkon von Romeo & Julia
Dass Verona als Stadt der Liebe bekannt ist, verdankt sie Romeo und Julia.
Zur Klarstellung: Romeo und Julia haben nie wirklich gelebt. Es handelt sich um fiktive Figuren aus William Shakespeares berühmtem Drama aus dem 16. Jahrhundert. Die Geschichte spielt in Verona, wo zwei junge Menschen aus verfeindeten Familien sich ineinander verlieben.

Der Balkon von Julia in Verona
Am Ende der Via Mazzini sah ich schon die Menschenschlange vor dem berühmten Balkon – dem Casa di Giulietta, bekannt aus der legendären Balkonszene. Dass der Balkon erst später am Gebäude angebracht wurde, scheint niemanden zu stören. Da mir die Schlange zu lang war, beschloss ich, später zurückzukehren – und tatsächlich war beim zweiten Versuch weniger los. Einer nach dem anderen posierte bei der Bronzestatue von Julia. Das Berühren ihrer rechten Brust, inzwischen vom vielen Anfassen glattpoliert, soll Liebesglück bringen. Ich habe darauf verzichtet – mein Liebesglück habe ich schon gefunden. Auch der Balkon wurde aus allen Winkeln fotografiert. Und das zurecht – er ist wunderschön.
Doch ehrlich gesagt: Wer in Verona nach oben schaut, entdeckt noch viele weitere sehenswerte Balkone. Besonders beeindruckt war ich von der Wand mit all den Liebesbotschaften – ich hoffe, dass all diese Paare heute noch zusammen sind.
Torre dei Lamberti
Auf der Piazza delle Erbe, wo schon zu römischen Zeiten Markt gehalten wurde, ragt der Torre dei Lamberti in den Himmel. Der 84 Meter hohe Turm wurde 1172 erbaut. Im Jahr 1403 wurde seine Spitze vom Blitz getroffen. Erst mehr als 300 Jahre später wurde er restauriert und mit Glocken ausgestattet. Um Verona von oben zu sehen, kaufte ich ein Ticket. Man kann entweder den Aufzug nehmen oder 386 Stufen zu Fuß erklimmen. Ich entschied mich für Letzteres – ein wenig Bewegung schadet nie. Oben angekommen, hatte ich tatsächlich einen fantastischen Blick über die Stadt.
Einziger Wermutstropfen: die Sicherheitsgitter, die bis ganz nach oben reichen. So schaut man eben nicht nur auf die Stadt, sondern auch auf Gitterstäbe. Und dann hatte ich noch das Glück – wenn auch nicht für meine Ohren –, dass genau in dem Moment die Glocken läuteten.

Blick über Verona
Ponte Pietra
Der Fluss Adige fließt mitten durch Verona und wird von mehreren Brücken überspannt. Die Ponte Pietra hatte es besonders schwer: Sie stürzte viermal teilweise ein – das erste Mal im Jahr 1007, zuletzt 1503, jeweils wegen der starken Strömung. Und als wäre das nicht genug, sprengten die Deutschen sie im Krieg. 1957 wurde sie glücklicherweise restauriert – und hoffentlich bleibt sie jetzt stehen. Ein schönes Plätzchen mit Blick auf die Brücke ist die Terrasse des Aladino Caffè.
Unser Camping-Tipp für Ihren Verona-Ausflug
Sie möchten Sehenswürdigkeiten von Verona entdecken und gleichzeitig Urlaub am Gardasee machen? Dann ist Camping Cisano San Vito in Bardolino ein idealer Ausgangspunkt. Von Bardolino erreichen Sie Verona mit dem Auto in etwa 30 Minuten und können so einen Ausflug in die Stadt ganz unkompliziert mit einem entspannten Aufenthalt am Gardasee verbinden.
Nach einem Tag zwischen Arena, Piazza delle Erbe, Julias Balkon und den historischen Gassen Veronas wartet am Campingplatz wieder die Ruhe des Gardasees. Auch Bardolino selbst ist einen Besuch wert: Die hübsche Altstadt, die Uferpromenade und zahlreiche Cafés und Restaurants laden zum Bummeln und Genießen ein.
So lassen sich Kultur und italienisches Dolce Vita wunderbar miteinander verbinden: tagsüber Verona entdecken, anschließend zurück an den Gardasee fahren und den Abend entspannt in Bardolino ausklingen lassen.
Der Dom von Verona
Der Dom von Verona ist das Ergebnis zahlreicher Umbauten und Erweiterungen über die Jahrhunderte hinweg. Er ist heute das Zentrum eines Komplexes, zu dem auch die Kirche Sant’ Elena, das Baptisterium, der Kreuzgang der Mönche und der Bischofssitz gehören. An der Stelle des heutigen Doms befanden sich in der Römerzeit Villen mit Schwimmbädern und vermutlich kleinere Tempel. Der Besuch des Doms lohnt sich – man kommt an mehreren Kapellen und archäologischen Ausgrabungen vorbei.

Der Dom von Verona
Restauranttipps
Wie in jeder italienischen Stadt kann man auch hier an fast jeder Ecke gut essen. Einige Tipps zur Orientierung: Ich aß einen leckeren Buffala-Salat bei der Osteria Locandina Capello – ein kleines Restaurant mit wenigen Tischen draußen. Auf der Piazza Brà gönnte ich mir eine hervorragende Pasta mit Kalbfleisch und Trüffel bei Ristorante Vittorio Emanuele. Zwar touristisch und etwas teurer, aber der Blick auf die beleuchtete Arena ist unbezahlbar – und auch das Interieur ist stilvoll.
Gerne hätte ich auch bei der charmanten Antica Bottega del Vino gegessen, aber leider war alles reserviert. Bei der Osteria Ponte Pietra – wie der Name schon sagt, mit Blick auf die Brücke – soll man ebenfalls gut speisen. Und wer Lust auf Prosciutto hat, schaut bei La Prosciutteria am Piazza Erbe vorbei – ein Familienbetrieb, dessen erste Filiale in Florenz entstand.

La Prosciutteria am Piazza Erbe
Weitere Tipps für Verona
- Eine Fahrradtour zu den Sehenswürdigkeiten von Verona, z. B. über Baja Bikes
- Für den schönsten Ausblick auf die Stadt: überqueren Sie die Ponte Pietra und nehmen Sie die Standseilbahn zum Castel San Pietro
- Nehmen Sie an einem Kochkurs teil und lernen Sie von einem Local, Tiramisu, Pasta oder Risotto zuzubereiten
- Ein Spaziergang entlang des Flusses Adige



